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Disziplin und Solidarität Bausteine im Krisenmanagement

Nachdem am 11. März 2011 ein schweres Erdbeben die Region Tohoku, ca. 250 km nördlich von Tokyo, verwüstet und zusätzlich eine vernichtende Tsunami verursacht hat, standen, wegen der extremen Stärke des Bebens auch in Tokyo alle Bahnen des öffentlichen Verkehrs still. Die Straßen waren verstopft, Millionen von Menschen mussten zu Fuß den meist weiten Heimweg antreten. Auch in Tokyo waren an diesem Tag alle ganz kräftig durchgeschüttelt worden. Es herrschte daher Angst und Sorge um die Betroffenen in Tohoku aber gleichzeitig beherrschten Ordnung und Ruhe das Straßenbild. Wer Hilfe brauchte, dem wurde geholfen. Der Strom in Tokyo war überwiegend ausgefallen und damit auch die Versorgung durch Restaurant oder Geschäfte, gleichwohl hielten diese Ihre Türen offen um den vorbeiziehenden die Besuch der Toiletteneinrichtungen zu ermöglichen und mit Getränken zu versorgen.

In den nächsten Tagen wurde klar, dass durch den Ausfall des Fukushima Kraftwerks die Stromversorgung nicht gesichert sein würde. Die Regierung rief dazu auf den Stromverbrauch um mindestens 15% zu senken. Private Haushalte wie Firmen hielten sich strikt daran, suchten nach Möglichkeiten der Einschränkungen und setzten diese um, mit dem Ergebnis das der Stromverbrauch tatsächlich in kurzer Zeit um 30% gesenkt wurde.

So war das Leben in Tokyo nach einer Woche wieder weiterstgehend normal, ganz anders als dies teilweise von der internationalen Presse dargestellt wurde, die sich ganz überwiegend auf die Ereignisse um
das Kraftwerk Fukushima einschoß. Für diejenigen Deutschen, die sich entschieden hatten, bei Ihren Teams und Mitarbeitern in Tokyo zu bleiben und gemeinsam, aufmerksam beobachtend, die durch das Erdbeben entstandenen Schäden aufzuarbeiten, war die größte Herausforderung, diese Entscheidung bei Familienangehörigen in Deutschland zu rechtfertigen, die von ständig neuen und in der Regel unkonkreten Darstellungen zu Fukushima beunruhigt waren.

Das Kraftwerk in Fukushima, das durch den Ausfall der Stromversorgung komplett isoliert und von
der Außenwelt abgeschlossen wahrgenommen wurde, war tatsächlich nie verlassen worden. Eine zunächst kleine Gruppe von Mitarbeitern versuchte zunächst verzweifelt aber schon bald, trotz der lebensgefährlichen Situation im Kraftwerk, unterstützt von weiteren Hundertschaften Freiwilliger der Feuerwehren aus Tokyo und Osaka, Mitarbeitern des Betreibers Teco und anderer Elektrokonzerne,
den Schaden in Grenzen zu halten. Nach 10 Tagen war es gelungen das Kraftwerk wieder an die Stromversorgung anzuschließen. Die Bedrohung war damit noch lange nicht abgewandt, aber die Arbeit daran hatte ab jetzt den Charakter eines Projektes, das Schritt für Schritt weiterentwickelt wird.

Der Fokus vieler Medien auf die Ereignisse um Fukushima und oft sensationell aufbereitete nicht ortskundige Informationen führten zu ganz offensichtlichen Fehlentscheidungen

So entschied beispielsweise eine der größten deutschen Fondsgesellschaften, dass vorübergehend die Rücknahme und der Verkauf neuer Anteile an dem Global Immobilienfonds eingestellt wurden, weil aufgrund der Situation um das AKW in Fukushima die Investitionen des Fonds in Objekte in Tokyo (damals 14% des Fondvermögens) nicht bewertet werden könnten.

Tatsächlich haben, wie die Graphik zeigt, Immobilien in Tokyo in den Monaten unmittelbar nach dem Erdbeben nicht an Wert verloren. Der Büromarkt war zu der Zeit aufgrund der Nachwirkungen der Finanzkriese und dem damit verbundenen Auszug zahlreicher Investmentbanken und ihrer Zuträger aus Tokyo belaste.

* Index 100 = 1. März 2011
Quelle: Kenzo Capital Corporation, Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), 12. Okt. 2011; The Association of Real Estate Sevuritisation Japan (ARES) Databook

Wenn wir 10 Jahre nach dem Erdbeben an die Zeit im März 2011 zurückdenken, in einer Zeit, in der Japan aufgrund der Corona Pandemie erneut in einer Kriese steckt, dann fallen wieder die besonderen Eigenschaften Japans auf, die auch 2011 dem Land und den Menschen geholfen haben.

Als Anfang 2020 die Nachrichten über ein neues Virus, das sich in China verbreiten würde, ausbrachen, stellten sich die Menschen unmittelbar und geschlossen um. Gesichtsmasken werden schon immer zur Grippezeit in Spätwinter, frühen Frühling häufig getragen, nun aber sah man diese durchgängig, die Unternehmen stellten Desinfizierungsmittel in den Büros und an den Eingängen zu Geschäften auf. Im Ergebnis hatte Japan so nicht nur einen im Vergleich zu Deutschland relative milden Infektionsverlauf währende der ersten Welle, auch die Zahl der Grippefälle fiel auf weniger als 30% im Vergleich zur üblichen Zahl in anderen Jahren.

Japan musste keinen Lock down verordnen, die Aufforderung an Unternehmen, die Büroanwesenheit durch Förderung von Home Office Arbeit zu erhöhen und die Anordnung verkürzter Öffnungszeiten
von Restaurant und Bars reichten aus, um im Frühjahr 2020 und erneut auch jetzt wieder die dritte Wellen der Infektionen zurückzudrängen. Medienberichten aus Deutschland und andere Ländern über Prostest Veranstaltungen gegen „Freiheitsberaubung“ durch Maskenvorschrift werden hier einfach nicht hierverstanden. Der Schutz anderer, das Gemeinwohl sind erste Lebenspflicht eines jeden.

Es passt in diesen Bild, das Unternehmen wie Toyota tausende von Mitarbeitern von Unternehmen übernehmen, die unter den Auswirkungen der Corona Pandemie den Betrieb stark reduzieren müssen, im Falle von Toyota werden im großen Stil Mitarbeiter von Mitsubishi Heavy Industry, deren Flugzeugproduktion eingebrochen ist, übernommen.

Japan lebt eigentlich ständig in der Bedrohung durch Erdbeben, Tsunami und Typhone und
ist deswegen im ständig im Management von Krisen geprüft und kann sich auf seine Core Charaktereigenschaften Solidarität und Disziplin verlassen, so wie 2011 nach dem schweren Erdbeben auch heute in der Corona Pandemie.

Disziplin und Solidarität Bausteine im Krisenmanagement – Summary

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